Nachhaltiges Reisen – Ist das möglich?

In Anbetracht der Lage unseres Planeten, insbesondere der steigenden Extremwetterereignisse, ist es unter anderem notwendig, Reisen und Urlaub neu zu überdenken. Ich finde sogar, dass der Massentourismus ein Zeichen einer dysfunktionalen Gesellschaft ist – in der Leistung ein, oder fast das einzige, Merkmal von Wert ist. Und gleichzeitig Leistung alleine eben auch manchmal nicht ausreicht, um sich mit seiner Arbeit ein gutes Auskommen zu sichern.

Urlaub und Erholung stehen jedem zu. Reisen ist ein guter Weg, sich neue Kulturen zu erschließen, offen und toleranter zu werden oder zu bleiben. Insbesondere dann, wenn der oder die Reisende auch tatsächlich in einen Dialog mit der Kultur des Reiselands tritt und nicht nur in einer großen Hotelanlage mit anderen Menschen des gleichen Kulturkreises die bekannte Kultur des Heimatlandes pflegt, nur eben mit anderer Landschaft. 

Green Travelling

Doch wie kann ein nachhaltigeres Reisen aussehen? Dabei muss man doch so viel beachten, dass alles gar keinen Spaß mehr macht! – Ja, man muss mehr beachten. Aber das ist, wie bei so vielen Dingen im Leben, eben auch eine Einstellungssache.

Das Buch Green Travelling von Julia-Maria Blesin, erschienen im oekom Verlag, gibt einige hervorragende Ideen und Tipps für ein nachhaltigeres Reisen. Vor allem gibt sie eine Möglichkeit an die Hand, wie wir auch selbst ausrechnen können, wie nachhaltig – oder eben nicht – eine Reise ist. Insgesamt lässt es sich sehr vereinfacht darstellen:

1. Möglichst aufs Fliegen verzichten. Flüge sind neben Kreuzfahrtschiffen die größten CO2-Produzenten, zusätzlich entstehen beim Fliegen noch viele andere Produkte, die durch Wolkenbildung und Eintrag in die Atmosphäre eine noch höhere Schädlichkeit haben. 

2. Stattdessen mit dem Zug oder Bus reisen. Auch wenn die Deutsche Bahn einen ziemlich schlechten Ruf bekommen hat, vor allem in den letzten Jahren, so bin ich doch überzeugt, dass das Reisen mit Zug sehr viel angenehme Seiten hat. Die Fernbusse sind in den meisten Fällen sehr viel billiger, bieten aber aus meiner Sicht nicht die gleichen Vorteile wie Züge. Die Bewegungsfreiheit im Zug, gerade mit Kindern, finde ich hervorragend. Und auch die Gefahr im Stau zu stehen, reduziert sich. Natürlich kann im Zug auch einiges schief gehen, aber ich kann mich im Zug eben auch mit den Kindern beschäftigen oder einfach lesen und muss mich um nichts kümmern, außer ein- und auszusteigen (vereinfachte Darstellung).

3. Statt Hotel lieber Ferienwohnung oder sogar Wohnmobil. In einer Ferienwohnung lässt sich der Lebensstil von zu Hause sehr viel einfacher aufnehmen. Oft sind die Möglichkeiten der Beschäftigung auch viel besser. Will man sich mal kurz aufs Zimmer zurückziehen, ist das im Hotel ja doch meist etwas beengt und bietet im Raum nur wenig Möglichkeiten für Kinder oder Gemütlichkeit. Insgesamt ist durch die Flächenversiegelung, die vielen Wäschen und der übermäßige Abfall an Lebensmitteln das Hotel eindeutig im ökologischen Nachteil. Öko-Hotels können hier natürlich eine Ausnahme bilden. Nachteile einer Ferienwohnung sind natürlich gerade durch die steigenden Mieten auch die Verminderung des Wohnungsangebots. Auch noch ein guter Grund, nicht mehr ganz so viel zu reisen 😉

4. Urlaub zu Hause machen. Ja das klingt erstmal schrecklich, gerade heutzutage, wo es ja geradezu ein Statussymbol geworden ist, sich mindestens einmal im Jahr einen großen Urlaub zu gönnen. Am besten noch öfter. Doch unser Land – egal ob Bundesland oder ganz Deutschland – bietet so viele schöne Ecken. Und je nachdem, wo man wohnt, sind ja auch die Nachbarländer nicht weit und bieten die Möglichkeit, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Im besten Fall können wir sogar eine Erkundungstour mit Fahrrad oder als Wanderung vornehmen und reisen so am nachhaltigsten.

Das Buch Green Travelling bietet noch einige andere Anregungen mehr und erläutert die von mir aufgeführten Punkte wesentlich ausführlicher. Zusätzlich gibt die Autorin auch Tipps für nachhaltige Produkte und diese lassen sich auch in den normalen Alltag mitnehmen und etablieren. 

Das Buch hat mir in vielerlei Hinsicht weitergeholfen bei der Planung von zukünftigen Ausflügen und kleinen Urlauben. Es hat mich bestärkt, öfter auch für Reisen den Zug zu nutzen und (bei gutem Wetter) auch Ausflüge mit dem Fahrrad in die nähere Umgebung zu machen. Ferienwohnungen nutzen wir sowieso meistens, weil ich das mit Kindern einfach viel entspannter finde.

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